Willkommen in den Rieselfeldern!

Wir freuen uns, dass Sie den Weg zu unserer Internetpräsenz gefunden haben. Auf diesen Seiten möchten wir – das sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Biologischen Station – Ihnen Neuigkeiten und Informationen rund um das Europareservat Rieselfelder Münster und seine zahlreichen tierischen und verwurzelten Bewohner präsentieren. Aktuelle Veranstaltungs-Hinweise finden Sie auf dem Menüpunkt „Veranstaltungen“.

Wir hoffen, dass wir Sie für den Naturschutz und natürlich für die Rieselfelder begeistern können!

Es ist soweit: die Straße „Coermühle“ ist auf einem Teilstück gesperrt

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Links:  Vorankündigung der Sperrung mit dem Hinweis zur ungehinderten Zufahrt zur Biologischen Station. Dieses Schild ist trotz der falschen Rechtschreibung gültig. Rechts: Sperrung ab der Biologischen Station Rieselfelder Münster.

Seit Montag, 26.04.2021,  Vormittag ist das Teilstück der Straße „Coermühle“ zwischen der Einfahrt zur  Biologischen Station Rieselfelder Münster und der Straße „Wöstebach“ für den motorisierten Kraftverkehr voll gesperrt. Nur land- und forstwirtschaftlicher Verkehr ist hier erlaubt. Für einzelne Anlieger der Coermühle in unmittelbarer Nachbarschaft der Sperrung wird es in begründeten Fällen Ausnahmegenehmigungen geben.

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Immernoch Verkehr trotz eindeutiger Sperrung. Mit der Zeit wird man sich an die Sperrung gewöhnen müssen, da Kontrollen teuer werden können.

Am ersten Tag der Sperrung werden viele noch nicht auf die aufgestellten Zeichen geachtet haben, denn der Verkehr war zwar deutlich reduziert, aber immer noch beachtlich. Es besteht aber die Hoffnung, dass eine Gewöhnung an diesen Zustand eintritt und zusätzliche Kontrollen helfen, die Coermühle zu beruhigen.

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Erster Tag nach der Sperrung, erste Kontrollen. Dabei wurden auf dem Hessenweg und der Coermühle auch gleich ein paar Temposünder erwischt.

Auch einige treue motorisierte Rieselfeldbesucher*innen müssen sich jetzt umgewöhnen, da sie nunmehr nur noch zu den Parkplätzen am Heidekrug und zur Station fahren können und das aus unterschiedlichen Anfahrtsrichtungen.

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Anfahrtsskizze für die Biologische Station Rieselfelder Münster und den Rieselfeldhof mit der Gaststätte „Heidekrug“ und der Dauerausstellung zur Landschaftsgeschichte der Rieselfelder.

Der Rieselfeldhof mit der Gasstätte „Heidekrug“ und der Dauerausstellung zur Landschaftsgeschichte sowie dem Seminarzentrum ist über die Kanalstraße und Grevenerstrasse zu erreichen. Für die Biologische Station Rieselfelder Münster wählt man am besten Anfahrtsrouten über die Grevener Strasse oder den Schifffahrter Damm (siehe obige Skizze). Eine direkte Verbindung zwischen der Biologischen Station und dem Rieselfeldhof gibt es für den motorisierten Kraftverkehr nicht mehr.

Für Radfahrer*innen gibt es keinerlei Einschränkungen, für sie ist die Coermühle weiterhin und nun auch risikofreier durchgängig befahrbar.

 

Pressemitteilung der Stadt Münster zur Straßensperrung Coermühle:

Coermühle: Durchfahrt ab Montag gesperrt

Münster (SMS) Wie vom Rat der Stadt beschlossen, wird am kommenden Montag, 26. April, die Straße Coermühle zwischen der Einmündung Wöstebach und der Zufahrt zur Biologischen Station für den Durchgangsverkehr gesperrt. Die entsprechenden Hinweisschilder werden im Laufe des Montags aufgebaut. Für den land- und forstwirtschaftlichen Verkehr bleibt die Durchfahrt frei. Anfang Mai ist zudem eine digitale Bürgerinformation zur neuen Verkehrsregelung „Rieselfelder“ vorgesehen. Nähere Informationen finden Interessierte in Kürze auf der Homepage des Ordnungsamtes der Stadt Münster unter dem Stichwort „Rieselfelder“: www.stadt-muenster.de/ordnungsamt  (02 51  – 4 92-32 83).

Coermühle wird in Kürze zum Teil gesperrt

Nach dem Ratsbeschluss vom 18. März wird ein Abschnitt der Coermühle (siehe Karte) in Kürze für den Kraftverkehr gesperrt. Fahrradfahrer und Fußgänger haben dadurch keine Einschränkungen zu befürchten – im Gegenteil. Von hier aus können in Zukunft gefahrloser die angrenzenden Flächen eingesehen werden.

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Aktualisierte Gebietskarte des Naturerlebnisgebietes mit dem gesperrten Abschnitt der Coermühle.

Es wird, so angekündigt, jedoch Ausnahmen geben. Berechtigte Anwohner sowie landwirtschaftlicher Verkehr und Verkehr für die Gebietsbetreuung bleiben von diesem Verbot ausgenommen.

Die Zufahrt zur Biologischen Station Rieselfelder Münster ist dann nur noch aus Richtung Norden (Gimbte, Gittrup, Hessenwegbrücke) möglich. Besucher des Rieselfeldhofes und der Gaststätte „Heidekrug“ können dann nur noch von Süden aus anfahren. Die Anfahrt zu einem kleinen Parkplatz an der Straße „Wöstebach“ (bei Punkt 21) ist weiterhin noch möglich. Weiter in die Straße „Wöstebach“ darf man jedoch nicht hineinfahern, da hier bereits eine Sperrung mit der Einschränkung „Anlieger frei“ besteht.

Die Biologische Station Rieselfelder Münster bedankt sich für den engagierten Einsatz der „Bürgerinitiative zum Schutz der Rieselfelder – Ruhe im Schilf“, die diese Wende in der Münsteraner Verkehrspolitik angetrieben hat. Der Dank gilt auch den Ratsmitgliedern von Bündnis 90 Die Grünen, SPD und VOLT, die für eine Sperrung gestimmt haben.

In Erwartung der ersten Uferschnepfe

Gerade im Zuge der vergangenen warmen Tage mit südlichen Winden sind schon einige Zugvögel wieder zu ihren Brutgebieten in Nordwestdeutschland aufgebrochen. Für einige besenderte Uferschnepfen gibt es die Möglichkeit zu sehen, wo sie sich gerade aufhalten, sofern sie nicht gerade in einem „Funkloch“ sitzen.

Im Anflug - die erste Uferschnepfe in 2021. Foto: Thomas Sauter.
Im Anflug – die erste Uferschnepfe. Das Bild stammt allerdings aus dem Jahr 2020. Foto: Thomas Sauter.

So rasteten einige Uferschnepfen auf ihrem Weg von Westafrika vor den warmen Tagen bei uns bereits in Portugal. Die Südwinde der vergangenen Woche haben bereits einige Uferschnepfen genutzt und es gibt erste Signale von Uferschnepfen in den Niederlanden.

Einsehen kann man diese Wanderbewegungen auf den Zugrouten der Uferschnepfen unter dem Link

https://www.globalflywaynetwork.org/flyway/east-atlantic-flyway-inland-waders/map   .

Bisher wurde aber keine Uferschnepfe in den Rieselfeldern gesichtet.

Der Link wird von einer Forschergruppe der Universität Groningen und verschiedenen angegliederten Projektträgern unterhalten und zeigt die Ost-Atlantik Zugroute der Binnenland-Watvögel mit der Uferschnepfe als Beispiel-Vogelart.

Eine besenderte Uferschnepfe, die bereits in den vergangenen Jahren auch in den Rieselfeldern rastete ist „Madame Kipp“. Wir erwarten sie täglich. Im vergangenen Jahr war die Erstankunft der Uferschnepfen in den Rieselfeldern der 28.02.2020.

Auch wenn die Uferschnepfen nicht bei uns brüten, so wissen sie, dass sie hier in möglichst kurzer Zeit viel Nahrung aufnehmen können, um sich von den Strapazen der langen Flugstrecke zu erholen.

Von hier aus geht es dann in nahe und weiter nördlich gelegene Brutgebiete wie zum Beispiel Feuchtwiesenschutzgebiet Greven/Saerbeck, Düsterdieker Niederung und Ochsenmoor (Diepholzer Moorniederung).

Rohrdommel im Glück

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Die Rohrdommel ist gelegentlich auch im Flug zu sehen, wenn sie ihre Nahrungsplätze wechselt. Meist stakst sie durch das Schilf oder schleicht am Schilfrand entlang, um meist kleine Fische zu fangen. Foto: Lutz Werner Groß.

Am Dienstag den 16. Februar Vormittag wurde an der Biologischen Station Rieselfelder Münster von einem aufmerksamen Bürger eine Rohrdommel (Botaurus stellaris) abgegeben. Die erwachsene Rohrdommel lag auf einer Straße nahe dem Messingweg unweit der Rieselfelder außerhalb ihres Nahrungsbiotopes. Bisher gab es fast tägliche Sichtungen der Rohrdommel in den Rieselfeldern, seit Samstag 13. Februar wurde sie auch vom Vogelzähler nicht mehr entdeckt. Es ist davon auszugehen, dass die Rohrdommel am Freitag oder Samstag durch den äußerst regen Schlittschuh-Verkehr aus den Rieselfeldern vertrieben wurde. Rohrdommeln sind sehr störungsanfällig und haben Nahrungsreviere von 30 ha bis 50 ha Größe. In den Rieselfeldern gab es im Schilf und in schilfumstandenen (geschützten) Gräben trotz der kalten Tage immer noch kleine offene Bereiche, die der Rohrdommel zur Nahrungsaufnahme dienten. Außerhalb der Rieselfelder gab es kaum so etwas.

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Auf der Suche nach offenen Bereichen am Schilfrand. Nahrungssuche im Winter ist mühsam und die Rohrdommel muss genügsam sein, um den Winter zu überstehen. Zusätzliche Störungen bedeuten immer Energieverlust, der im Winter nur schwer wieder auszugleichen ist. Foto: Norbert Wünnemann.

Die letzte nachgewiesene Brut der Rohrdommel gab es nach Informationen des Landesamtes für Natur (Internetseite) im Jahr 1992 im Kreis Kleve. Somit gilt die Rohrdommel als Brutvogel in Nordrhein-Westfalen (NRW) als ausgestorben (Kategorie 1), als zum Teil ziehende Vogelart ist sie der Kategorie 2 – vom Aussterben bedroht –  zugewiesen. Auch bundesweit gilt die Rohrdommel als „stark gefährdet“. 2019 wurden vom Dachverband Deutscher Avifaunisten der Gesamtbestand  in Deutschland mit 800 bis 850 Reviere angegeben [Gerlach, B. et al. (2019):  Vögel in Deutschland. Übersichten zur Bestandssituation. DDA, BfN,LAG,VSW, Münster; S. 31]. Bemühungen zum Schutz der Schilf-Röhrichte in Schutzgebieten am unteren Niederrhein und in Ostwestfalen im Bereich Rietberger Emsniederung und Steinhorster Becken und nicht zulezt in den Rieselfeldern lassen hoffen, dass es eines Tages wieder Brutnachweise in Nordrhein-Westfalen geben wird. In 2017 und 2018 gab es jeweils einen Brutverdacht der Großen Rohrdommel in den Rieselfeldern – ein bemerkenswerter Umstand. In den übrigen Jahren war sie als regelmäßiger Wintergast in den Rieselfeldern anzutreffen – meist jedoch auch nur mit einem Exemplar. Außerhalb von Schutzgebieten sucht man entsprechenden Lebensraum vergeblich.

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Fast Pfahlstellung – gut getarnt. So steht die Rphrdommel im Schilf, wenn sie etwas stört. Nur duch den etwas abgewinkelte Schnabel ist sie gut erkennbar. Betrachtet man nur das Gefieder von Hals und Körper, so verschwindet sie fast ganz im Schilf. Foto: Lutz Werner Groß.

Die Schlittschuhtage sind zwar nicht jedes Jahr wiederkehrend, stellen aber zunehmend einen erheblichen Eingriff dar. Es hat sich in den letzten Jahrzehnten mit der Ausbreitung des Schilfes die Zusammensetzung der Lebensräume und ihrer Bewohner in den Rieselfeldern geändert. Mit dem Schilf kamen schilfliebende zumeist bedrohte Vogelarten wie Rohrammern, Bartmeise und Zwerg- und Große Rohrdommel hinzu, die in anderen Bereichen unserer Kulturlandschaft bereits allmählich verschwunden oder zumindest stark dezimiert sind.

Früher stellte das Eislaufen einen weitaus geringeren Eingriff dar, da die Rieselfelder noch nicht Heimstätte dieser bedrohten Vogelarten waren und weil auch viel weniger Schlittschuhlaufende den weiten Weg in die Rieselfelder fanden. Jetzt in dieser hochmotorisierten Bequem-Zeit parkt man vor der Eisfläche ohne weitere Fußwege in Kauf zu nehmen. Außerdem gab es früher zu den Rieselfeldern noch zumindest eine Alternative: die Eissporthalle. Da auch jedes Mal mehr Menschen kommen, dringen auch immer mehr bis in die letzten Winkel des Schutzgebietes vor – trotz gesperrter Wege.

Aus Sicht der Biologischen Station ist es zwar nachvollziehbar, warum so viele Menschen zum Eislaufen kommen wollen, aber es stimmt auch traurig und macht wütend, dass somit der Schutz wirklich bedrohter Arten sogar in einem Vogelschutzgebiet europäischen Ranges nicht mehr gewährleistet werden kann. Und das, obwohl zuvor in der Presse und im Fernsehen sowie auch im Internet auf die Schutzumstände hingewiesen und sogar erwähnt wurde, dass es ein (seit 1998) gesetzlich festgeschriebenes ganzjähriges Betretungsverbot der Flächen im Naturschutzgebiet gibt.

Es müssen in Zukunft in der Winterzeit entsprechende Alternativ-Angebote in der Stadt / den Stadtteilen geschaffen werden und die Ordnungsbehörden müssen den gesetzlich festgeschriebenen Schutz auch wirklich umsetzen.

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Die Pfahlstellung funktioniert auch bei dem Haselnussstrauch im Innenhof der Station – wenn auch nicht so gut. Bemerkenswert: obwohl der gesamte Kopf nach oben gestreckt ist, kann die Rohrdommel noch nach vorne sehen. Foto: Bildarchiv Biologische Station Rieselfleder.

Die Rohrdommel hat wider Erwarten Glück gehabt. Bei ihrer Ankunft wog sie nur noch 635 g. Normalgewichte liegen zwischen 1000 g und 1900 g. Im Handbuch der Vögel Mitteleuropas werden Überwinterungsgewichte bis 600 g angegeben [Bauer, K.M. u. U. Glutz von Blotzheim (1986): Handbuch der Vögel Mitteleuropas. Bd. 1, S. 377 ff., Aula Verlag).  Sofort nach der Ankunft der Rohrdommel an der Biologischen Station Rieselfelder Münster stellte der Landesfischereiverband dankenswerter Weise Fische zur Verfügung mit denen die Rohrdommel gefüttert werden konnte. Die erste noch kalte Nacht verbrachte die Rohrdommel in der Station. Tagsüber war sie im Innenhof. Am Ende des zweiten Tages war die Rohrdommel wieder kräftig genug, dass sie selbst aus dem Innenhof abfliegen konnte. Einen Tag später am 19.02. 21 wurde sie bereits in ihrem angestammten Bewässerungskomplex entdeckt.

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Wahrscheinlich das erste Bild aus den Rieselfeldern nach ihrem Besuch in der Biologischen Station. Foto: Michaela Stenz.

Die Mitarbeitenden der Biologischen Station bedanken sich bei Herrn Olaf Niepagenkemper vom Landesfischereiverband und der Tierärztin Dr. Birge Herkt (Storchenstation Osnabrück) sowie dem Allwetterzoo in Münster für den Fisch und die wertvollen Tipps zum Umgang mit der Rohrdommel.

P.S. Wenn Sie mal etwas Gutes für den pandemiegestressten Allwetterzoo tun wollen, kaufen Sie jetzt eine Jahreskarte. Ihre Gültigkeit beginnt, sobald der Allwetterzoo wieder geöffnet hat. Sie fördern damit auch Zuchtmaßnahmen bedrohter Tierarten.

 

„Die Rieselfelder als bedeutendes Europareservat müssen engagiert geschützt werden.“

Dies ist kein Ausspruch „spinnerter Naturfreaks“, sondern ein ernst zu nehmender Satz aus dem jüngsten Koalitionsvertrag der Grünen, der SPD und der Volt-Partei in Münsters Stadtrat. Dafür zunächst ein Dankeschön der Biologischen Station Rieselfelder Münster, deren Mitarbeiter*innen darin eine Bestätigung ihrer Arbeit sehen.

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Viele Gänse wechseln zum Teil in niedriger Höhe von der Brüskenheideüber den Dortmund-Ems-Kanal auf den Großen Stauteich, wo sie ruhen und trinken-

Diesem engagierten Satz sollen nun auch Taten folgen. Im Koalitionsvertrag steht nämlich weiter, dass „…wir [die Koalitionspartner*innen im Rat] alle bisher nicht genutzten Windenergie-Eignungsflächen, mit Ausnahme der Umgebung der Rieselfelder, identifizieren und soweit planungsrechtlich möglich für die Errichtung von weiteren Windenergieanlagen vorbereiten.“

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Generell gelten für die Errichtung von Windenergieanlagen Abstände entsprechend den Vorgaben der Länderarbeitsgemeinschaft der Vogelschutzwarten (LAG VSW) von 1200 m im Minimum zum europäischen Vogelschutzgebiet. Für einige Vogelarten werden größere Abstände vorgeschlagen. Die Hauptflugkorridore zu den Nahrungsplätzen sollten generell freigehalten werden. Diese sind hier mit roten Pfeilen gekennzeichnet. [Länderarbeitsgemeinschaft der Vogelschutzwarten (LAG VSW): Abstandsempfehlungen für Windenergieanlagen zu bedeutsamen Vogellebensräumen sowie Brut­plätzen ausgewählter Vogelarten (Stand April 2015), Berichte zum Vogelschutz, Bd. 51, 2014]
Dies heißt, dass endlich die Bedeutung des Europäischen Vogelschutzgebietes nicht nur von der Lokalpolitik erkannt, sondern auch entsprechend gehandelt werden soll. Dies bestärkt die Biologische Station auch in ihrer Haltung zur geplanten Windkraftnutzung auf dem nahegelegenen Remondis-Werksgelände, welche nun zwangsläufig nicht weiterverfolgt werden kann.

Die Sperrungen der Straße „Coermühle“ und evtl. des Hessenweges (Anlieger und landwirtschaftlicher Verkehr frei), ist ein weiterer Punkt im Koalitionsvertrag, der den Bemühungen der Biologischen Station um mehr Artenschutz entgegenkommt. Konkret benennt die Biologische Station hier die Abschnitte Coermühle zwischen Wöstebach und Biologischer Station sowie den Hessenweg zwischen der Kreuzung mit der Coermühle und dem Ende des Schutzgebietes (Stadtgebiets- und somit Zuständigkeitsgrenze). Wenn es dann noch zu einer deutlichen Verbesserung des Öffentlichen Nahverkehrs entlang des Schifffahrter Dammes sowie zur Erreichbarkeit des Südteils der Rieselfelder kommen könnte, wäre das ein sehr gelungenes Gesamtergebnis.

 

Der Aussichtsturm ist wieder geöffnet

Nach der Schneeräumung ist der Aussichtsturm in den Rieselfeldern wieder geöffnet. Aufgrund der kalten Außentemperaturen können sich aber vereinzelt glatte Stellen bilden. Es wird um Vorsicht gebeten.

Der Aussichtsturm ist wieder geöffnet.

Die Besucher*innen müssen aufgrund der Infektionsgefahr auch darauf achten,  immer einen Mindestabstand von 1,5 m voneinander einzuhalten. Das gilt auch bei der Aufsuchung der Beobachtungshütten.

Geben Sie aufeinander acht und bleiben Sie gesund!

Kein Schlittschuhlaufen in den Rieselfeldern

Seit dem es keine Eissporthalle mehr gibt, wird der Druck auf die Rieselfelder größer. Leider gibt es wenig Alternativen, obwohl es zu anderen Zeiten sicherlich ein einträgliches Geschäft sein könnte.

Das darf aber nicht zu Lasten des Naturschutzgebietes  und Europäischen Vogelschutzgebietes Rieselfelder Münster und seiner zum Teil seltenen und geschützten Bewohner gehen!

Die zugefrorenen Flächen liegen alle im Naturschutzgebiet und dort gilt ganzjährig ein Betretungsverbot der Flächen.

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Zertretenes Schilf, Lagern und sogar ein freilaufender Hund im Naturschutzgebiet Rieselfelder Münster.

Nun ist er da, der Winter. Mit Frost und mit Schnee. Letzterer kann die Landschaft leicht herrlich verzaubern. In den Rieselfeldern sind eingige Wasserflächen zugefroren.  Allmählich kommen die Gedanken an das Eislaufen hervor. Ob die Eisschicht trägt, kann man nicht allgemein sagen. Es gibt einige Flächen die nie ganz zufrieren oder aber so tief sind, dass sie auch erst spät einen Eispanzer bilden.

Unbedacht bleibt jedoch oft, dass diese Situation für Tiere, die keine Winterruhe haben und auch noch nicht weggezogen sind, durchaus eine Notzeit darstellt. Jede Störung bedeutet zusätzlicher Energieverlust und dieser kann aufgrund von Nahrungsarmut im Winter nicht ausgeglichen werden.

Auch der Lebensraum Schilf in den Rieselfeldern ist nicht leer, einige Vögel sind hiergeblieben oder gerade als Wintergäste bei uns.

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Die Bartmeise (hier ein Männchen) ist ein sehr heimlicher Schilfbewohner. Gelegentlich sieht man einzelne Tiere bei der Futtersuche.  Foto: Norbert Wünnemann.

Die schön gezeichneten Bartmeisen (Bild oben) zum Beispiel ernähren sich nun mühsam von Schilfsamen. Auch wenn die meisten Besucher sie nicht wahrnehmen, da sie sehr scheu sind, beleben sie das Schilf. Ebenso die seltene Rohrdommel (Bild unten) von der diesen Winter sogar zwei in den Rieselfeldern gesehen wurden. Weitere Vogelarten, die auch im Winter das Schilf beleben sind Rohrammer, Teichhuhn und Wasserralle.

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Ein wirklich seltener und störungsempfindlicher Wintergast – die Rohrdommel. Sie ist vom Aussterben bedroht. Es gibt nur noch einzelne Brutpaare in Nordrhein-Westfalen. Foto: Lutz Werner Groß.

Das Hereinbrechen einer immer größer werdenden Schar an Schlittschuhläuferinnen und Schlittschuhläufern ist da nicht hilfreich. Viele trampeln das schützende Schilf in den Randbereichen nieder, um dort zu lagern, und allzu leise und zurückhaltend – mit Respekt vor der Natur – benehmen sich die wenigsten.

Viele Schlittschuhfahrer*innen sind zudem, wer hätte das gedacht, besonders fußfaul. Sie parken verbotener Weise direkt an den Straßen Coermühle und Hessenweg. Der Weg von den Parkplätzen  ist ihnen zu weit.

Diesen Winter kommt hinzu, dass die Straßenränder aufgrund der Schneemengen keinen Parkraum lassen und die festgefahrene Schneedecke der Coermühle sehr glatt ist. Es besteht bei zu vielen Wildparkern die Gefahr, dass selbst Rettungsfahrzeuge hier nicht mehr fahren können.

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Die Schneeglätte auf der Coermühle und auf dem nördlichen Abschnitt des Hessenweges hat am 11. Februar bereits zu mindestens 4 „Grabenrettungen“ geführt. Gut wenn dann einer ein Abschleppseil dabei hat.

Daher bitten wir, dass Polizei und Ordnungsamt ein wachsames Auge auf den fahrenden und ruhenden Verkehr haben und es gleichzeitig gilt, auch auf die Einhaltung der Coronaschutzbestimmungen zu achten.

Während zu frostigen Wochenendtagen die Coermühle in früheren Wintern  schon derart chaotisch zugeparkt war, dass die Polizei in der Vergangenheit diese Straße sperren und zur Einbahnstraße erklären musste, damit die parkenden Autos überhaupt wieder weg kamen, war der große Parkplatz am Rieselfeldhof / Heidekrug fast leer (siehe nachfolgende Bilder). Es sind Straßen im Außenbereich, da ist Parken im Straßenraum grundsätzlich verboten – auch ohne Halteverbotsschilder. Drei offizielle Parkplätze gibt es: an der Biologischen Station, an der Gelmer Brücke und am Rieselfeldhof.

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Ein frostiger Sonntag um 12 Uhr auf der Coermühle …
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… und zur gleichen Zeit am Rieselfeldhof.

Stattdessen bieten sich Rundgänge an den beiden belebten Stauteichen an. Diese sind nur randlich zugefroren und bieten so allem Wassergefieder einen letzten Zufluchtsort. Von den Beobachtungseinrichtungen aus lassen sich die verschiedenen Gänse- und Entenarten gut beobachten. Da die Stauteiche vom warmen Klarwasser, dem gereinigten Abwasser, der Kläranlage gespeist werden, bleiben die zentralen Bereiche immer eisfrei. Da es aber keinen Winterdienst in den Rieselfeldern gibt,  ist das Wegenetz zur Zeit zum Teil nur mit guter Winterausrüstung begehbar.

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Auf einigen Wegen hat ein Traktor Schnee geschoben, einige Wege sind jedoch noch unter dem Schnee verborgen.
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Winter am Großen Stauteich.
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Spuren im Schnee, wer mag hier gestartet sein? Die Größe deutet auf eine Drossel, z.B. eine Amsel hin.

 

Turmsperrung

Aufgrund der Wettervorhersagen mit ergiebigen Schneefällen und / oder Eisregen wird der Aussichtsturm am Großen Stauteich ab Samstag (06.02.2021) Nachmittag vorsichtshalber gesperrt.

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Ab Samstag Nachmittag wird die Turmtür verschlossen sein. Auf den oberen Stufen und der Plattform kann es bei Schnee und Eisregen sehr glatt werden.

Die Biologische Station Rieselfelder Münster weist außerdem darauf hin, dass es auf den Wegen in den Rieselfeldern keinen Winterdienst gibt. Besondere Vorsicht gilt auf den Stegen direkt an der Biologischen Station.

Wir wünschen dennoch allen Rieselfelder-Winterfreunden einen erholsamen Aufenthalt mit vielen Naturerlebnissen. Bitte bleiben sie auf den Wegen und gehen sie nicht in die Flächen. Die geflügelten Wintergäste suchen gerne Schutz im Schilf.

Frohe Festtage!

Ein merkwürdiges Jahr neigt sich zum Ende und Weihnachten wird in den Rieselfeldern, wie meistens, sicherlich nicht weiß. Wenigstens etwas, was so bleibt, wie (fast) immer. Ich hoffe, unsere besten Wünsche für die Weihnachtszeit und das neue Jahr erreichen Sie bei guter Gesundheit.

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Winterbild vom Rieselfeld-Grünland. Rastende Gänse und unsere Winter-Störche freuen sich über möglichst ungestörte Grünlandbereiche in den Rieselfeldern. Daher halten Sie bitte Hunde an der Leine!

Mit Zuversicht gehen wir ins neue Jahr und planen bereits die ersten Veranstaltungen, die Sie im Januar dann auch auf unserer Heimatseite finden werden.

Im Januar fallen alle ursprünglich geplanten Veranstaltungen aus. Ab Ende Februar hoffen wir wieder auf Veranstaltungen mit kleinen Gruppen und mit Abstand. Dies kann sich allerdings situationsbedingt wieder ändern.

Bleiben Sie uns gewogen und vor Allem:

Bleiben Sie gesund!